Kinderflohmarkt
Ich bin in bei meinem Opa. Die Höflinger-Kinder wollen heute in ihrem Hof einen Flohmarkt machen. Ich sehe aus dem Wohnzimmerfenster, wie die tollsten Sachen in ihrem Hof aufgebaut werden. Puppen und Puppenkleider, Spielzeugautos, Eisenbahnwaggons und vieles Buntes mehr, das ich von hier aus nicht erkennen kann.
Der Eintritt soll zehn Pfennig kosten. Gerade machen die zwei kleinen Buben das große Tor zu. Ich habe heute Morgen meinen Opa gefragt, ob ich hingehen darf. Er sah nicht sehr begeistert aus, aber er nickte. Ich weiß, dass er die Höflinger Kinder nicht mag. Er hat zu meiner Mami gesagt, die wären kein Umgang für mich oder so ähnlich. Ich habe nicht verstanden, was er damit meinte.
Trotzdem hat er genickt auf meine Frage. Doch der schwierige Teil stand noch bevor. Ich brauchte zehn Pfennig, um dabei sein zu dürfen. Mein Opa wurde furchtbar wütend. Auf keinen Fall würde er bezahlen, damit seine Enkelin spielen dürfe. Damit zog er sich in seinen Sessel zurück, um seinen Mittagsschlaf zu halten.
Ich ging in die Küche. Resi, die meinem Opa den Haushalt machte, hatte alles mitgehört und hatte schon eine rosa Limo für mich bereit. Die war eigentlich auch verboten. Wir durften nur Bluna trinken, weil die gesünder war. Trotzdem konnte ich meine Enttäuschung nicht unterdrücken. Puppen interessierten mich zwar nicht, aber ich wollte unbedingt dabei sein. Es würden bestimmt ganz viele Kinder kommen und ich wäre mittendrin.
Resi war mit mir traurig. Als meine Tränen nicht aufhörten zu fließen, holte sie plötzlich ihren dicken schwarzen Geldbeutel aus der Küchenschublade und kramte zehn Pfennig heraus. Die drückte sie mir in die Hand. „Du darfst deinem Opa aber nichts sagen.“ Ich nickte heftig. Nie würde ich sie verraten. Mit klopfendem Herzen zog ich los über die Straße, zahlte das Eintrittsgeld und war im Paradies. Wie ich es mir vorgestellt hatte.
Ich tauchte gerade er ein, da hörte ich eine herrische Stimme vom Tor. Mein Opa. Frau Höflinger stand bei ihm und sah ganz komisch aus, als würde sie gleich weinen. Mein Opa rief mich zu sich, Frau Höflinger gab ihm die zehn Pfennig zurück. Daraufhin schleppte er mich an der Hand wortlos über die Straße. Die Standpauke blieb aus. Er lieferte mich einfach bei Resi in der Küche ab.
Ich habe mich so geschämt. Wem gegenüber, weiß ich nicht mehr so genau










